1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20
6:1 quapropter intermittentes inchoationis Christi sermonem ad perfectionem feramur non rursum iacientes fundamentum paenitentiae ab operibus mortuis et fidei ad Deum
6:1 Darum wollen wir (jetzt) von den Anfangsgründen der Lehre Christi absehen und uns zur vollen Reife erheben, wollen nicht noch einmal den Grund legen mit Sinnesänderung, die sich von toten Werken abkehrt, und mit dem Glauben an Gott,
6:2 baptismatum doctrinae inpositionis quoque manuum ac resurrectionis mortuorum et iudicii aeterni
6:2 mit der Belehrung über Waschungen und Handauflegung, über Totenauferstehung und ewiges Gericht.
6:3 et hoc faciemus siquidem permiserit Deus
6:3 Ja, dies wollen wir tun, wenn anders Gott es gelingen läßt.
6:4 inpossibile est enim eos qui semel sunt inluminati gustaverunt etiam donum caeleste et participes sunt facti Spiritus Sancti
6:4 Denn es ist unmöglich, solche, die einmal die Erleuchtung empfangen und die himmlische Gabe geschmeckt haben und des heiligen Geistes teilhaftig geworden sind
6:5 gustaverunt nihilominus bonum Dei verbum virtutesque saeculi venturi
6:5 und das köstliche Gotteswort und die Kräfte der zukünftigen Welt gekostet haben
6:6 et prolapsi sunt renovari rursus ad paenitentiam rursum crucifigentes sibimet ipsis Filium Dei et ostentui habentes
6:6 und dann doch abgefallen sind, noch einmal zur Sinnesänderung zu erneuern, weil sie für ihre Person den Sohn Gottes von neuem kreuzigen und ihn der Beschimpfung preisgeben.
6:7 terra enim saepe venientem super se bibens imbrem et generans herbam oportunam illis a quibus colitur accipit benedictionem a Deo
6:7 Denn wenn ein Acker den oftmals auf ihn fallenden Regen in sich eingesogen hat und denen, für die er bestellt wird, nützlichen Ertrag hervorbringt, so macht er sich den von Gott kommenden Segen zu eigen;
6:8 proferens autem spinas ac tribulos reproba est et maledicto proxima cuius consummatio in conbustionem
6:8 bringt er dagegen Dornen und Disteln hervor, so ist er unbrauchbar und geht dem Fluch entgegen, dessen Ende zum Feuerbrand führt.
6:9 confidimus autem de vobis dilectissimi meliora et viciniora saluti tametsi ita loquimur
6:9 Wir sind aber in bezug auf euch, Geliebte, wenn wir auch so reden, doch eines Besseren gewiß, nämlich dessen, was in engster Beziehung zur Errettung steht.
6:10 non enim iniustus Deus ut obliviscatur operis vestri et dilectionis quam ostendistis in nomine ipsius qui ministrastis sanctis et ministratis
6:10 Denn Gott ist nicht ungerecht, daß er eure Arbeit und die Liebe vergäße, die ihr für seinen Namen dadurch an den Tag gelegt habt, daß ihr den Heiligen Dienste geleistet habt und auch jetzt noch leistet.
6:11 cupimus autem unumquemque vestrum eandem ostentare sollicitudinem ad expletionem spei usque in finem
6:11 Wir wünschen aber innig, daß jeder einzelne von euch den gleichen Eifer an den Tag legen möge, um die Hoffnung bis ans Ende mit voller Gewißheit festzuhalten,
6:12 ut non segnes efficiamini verum imitatores eorum qui fide et patientia hereditabunt promissiones
6:12 damit ihr nicht stumpf werdet, sondern dem Vorbild derer nachfolgt, die durch Glauben und standhaftes Ausharren die verheißenen Heilsgüter erben.
6:13 Abrahae namque promittens Deus quoniam neminem habuit per quem iuraret maiorem iuravit per semet ipsum
6:13 Nachdem Gott nämlich dem Abraham die Verheißung gegeben hatte, schwur er, weil er bei keinem Höheren schwören konnte, bei sich selbst
6:14 dicens nisi benedicens benedicam te et multiplicans multiplicabo te
6:14 mit den Worten: »Fürwahr, ich will dich reichlich segnen und dich überaus zahlreich machen!«,
6:15 et sic longanimiter ferens adeptus est repromissionem
6:15 und auf diese Weise harrte jener geduldig aus und erlangte das Verheißene.
6:16 homines enim per maiorem sui iurant et omnis controversiae eorum finis ad confirmationem est iuramentum
6:16 Menschen schwören bekanntlich bei dem Höheren, und der Eid dient ihnen zur Bekräftigung, so daß alle Widerrede ausgeschlossen ist.
6:17 in quo abundantius volens Deus ostendere pollicitationis heredibus inmobilitatem consilii sui interposuit iusiurandum
6:17 Aus diesem Grunde ist auch Gott, weil er den Erben seiner Verheißung das Unabänderliche seines Ratschlusses in besonderem Grade deutlich dartun wollte, als Bürge mit einem Eid eingetreten,
6:18 ut per duas res inmobiles quibus inpossibile est mentiri Deum fortissimum solacium habeamus qui confugimus ad tenendam propositam spem
6:18 damit wir durch zwei unabänderliche Tatsachen, bei denen Gott unmöglich getäuscht haben kann, eine starke Ermutigung besäßen, wir, die wir unsere Zuflucht dazu genommen haben, die uns eröffnete Hoffnung zu ergreifen.
6:19 quam sicut anchoram habemus animae tutam ac firmam et incedentem usque in interiora velaminis
6:19 In dieser besitzen wir ja gleichsam einen festen und zuverlässigen Anker für unsere Seele, der bis hinter den Vorhang (in das himmlische Heiligtum) hineinreicht,
6:20 ubi praecursor pro nobis introiit Iesus secundum ordinem Melchisedech pontifex factus in aeternum
6:20 wohin Jesus als Vorläufer uns zum Heil hineingegangen ist, insofern er »Hoherpriester nach der Ordnung Melchisedeks« geworden ist in Ewigkeit.